Project Description

Schrittweise Reduktion der Massentierhaltung

Wir wollen die industrielle Tierhaltung schrittweise reduzieren und die landwirtschaftliche Produktion grundsätzlich verbraucher- und tierfreundlicher gestalten. Leider zeichnet sich die Tierhaltung durch eine Massenproduktion in industriellem Maßstab aus. Die großzügige Förderung der dahinterstehenden Großbetriebe hat zudem dazu geführt, dass bäuerlich geprägte Betriebsformen nicht mehr konkurrenzfähig sind und vom Markt verdrängt werden. Infolge des hohen Krankheitsdruckes bei der industriellen Tierhaltung werden dort regelmäßig Antibiotika vorbeugend eingesetzt, die sich schließlich auf dem Teller des Verbrauchers wiederfinden. Dasselbe gilt für die Verwendung von weiblichen Hormonen bei der Fütterung, um die täglichen Zuwachsraten zu erhöhen.

Für ein Verbot gentechnisch veränderter Pflanzen

Wir setzen uns für das Verbot des Anbaus und der Einfuhr gentechnisch veränderter Pflanzen, auch als Futtermittel, ein. Die Auswirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen auf unser Ökosystem wie auch die Gesundheit von Menschen und Tieren ist in der öffentlichen Diskussion umstritten. Wissenschaftliche Untersuchungen haben aber hinreichend Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der Genuss gentechnisch veränderten Sojas oder Mais sich nachteilig auf die Gesundheit von Menschen und Tieren auswirkt. Weil die Verbreitung der einmal ausgesetzten gentechnisch veränderten Pflanzen unser Ökosystem nachhaltig verändert, gebietet es das Vorsichtsprinzip, Mensch, Tier und Umwelt nicht durch gentechnisch veränderte Pflanzen zu gefährden.

Keine Chemie auf unseren Tellern

Angesichts der Risiken setzen wir uns dafür ein, dass die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln auf der Basis von Stoffen, die insbesondere im Verdacht stehen, krebserregend oder erbgutschädigend zu sein, im Land Brandenburg verboten wird. Wir lehnen daher auch jegliche Verlängerungen der Genehmigung von Glyphosat ab, solange unabhängige Studien nicht zweifelsfrei dessen gesundheitliche Unbedenklichkeit feststellen. Wir wollen zudem durchsetzen, dass sowohl Landwirte als auch Schlachthöfe die Grenzwerte für Keime und Medikamentenrückstände einhalten. Tierhaltende Betriebe, welche der Lebensmittelproduktion dienen, sind dafür verantwortlich, dass ihre Produkte möglichst frei von Antibiotikarückständen und multiresistenten Keimen sind.

Keine Spekulationen mit unseren Nutzflächen

Wir setzen uns für eine Änderung des Grundstücksverkehrsgesetzes ein, welche ortsansässigen Landwirten, die einen Betrieb erhalten oder erweitern wollen, einen Investitionsvorrang einräumt. Weiterhin fordern wir ein Vorkaufsrecht für ortsansässige Landwirte und eine Spekulationsfrist von 10 Jahren analog zur Immobilienwirtschaft. Landwirtschaftliche Nutzflächen sind Produktionsgrundlage und keine Spekulationsobjekte. Sie gehören nicht in die Hände von nicht-bäuerlichen Kapitalgesellschaften! Um klein- und mittelständischen bäuerlichen Betrieben eine unternehmerische Chance zu eröffnen, setzen wir uns zudem dafür ein, dass Verkaufslose in Stückelungen ausgelobt werden, die auch von kleinen und mittleren Betrieben erworben werden können.

Regionale Erzeugerzusammenschlüsse schaffen

Die Verhältnisse auf den Märkten für landwirtschaftliche Produkte zeichnen sich durch eine breitgefächerte Angebotsstruktur auf der einen und wenige Nachfrager auf der Käuferseite aus. Um unseren kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben unternehmerische Entwicklungschancen zu eröffnen oder sie zu verbessern, wollen wir regionale Erzeugerzusammenschlüsse zur Direktvermarktung fördern. Der globale Wettbewerb muss so gestaltet werden, dass er nicht einseitig zu Lasten der regionalen Vielfalt und des Angebotes an hochwertigen, heimischen Lebensmitteln geht. Auch die Entwicklungsmöglichkeiten ländlicher Räume dürfen nicht einseitig zugunsten der Metropolenentwicklung beschnitten werden.

Weidetier- & Milchviehhalter unterstützen

Zum Ausgleich der Mehrkosten für die Haltung von Weidetieren wollen wir eine Weidetierprämie einführen. Die bäuerlichen Familienbetriebe der Weidetier- und Milchviehhaltung sind für den ländlichen Raum als Unternehmer, Arbeitgeber, Landschaftspfleger und hochwertiger Lebensmittel- und Rohstoffproduzent unverzichtbar. Seit Jahren nimmt allerdings der Bestand an Schafen sowie Kühen ab, da die wirt-schaftliche Situation der Weidetierhalter immer weniger junge Menschen dazu veranlasst, diesen Beruf zu ergreifen. Ergänzend müssen unsere Milchproduzenten durch gerechte Vertragsgestaltung mit den Molkereien in die Lage versetzt werden, gut von ihrer Produktion leben zu können.